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Predigt 26. Dezember 2011
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Gott macht in der Krippe einen Anfang - Offenbarung 7, 9-17

Pfr. Dr. Ulrich Zimmermann

Liebe Gemeinde,
»Als es dann ganz dunkel war, gingen wir alle miteinander durch die große breite Kastanienallee zur Kirche. Ach, dass du nicht dabei warst! Die Pätziger Christvesper lieben wir alle sehr. Sie ist eigentlich nur die Weihnachtsgeschichte und viele, viele Lieder dazwischen, von den Chorkindern und von der Gemeinde abwechselnd gesungen. Man wird hineingerissen in einen großen Strom des Lobens und Jubelns. Noch nie hab ich die wirkliche Gemeinde so gespürt wie in diesen Stunden. Wenn die Orgel noch »O du fröhliche« spielt, gehen wir fort, und begleitet von den Klängen des Nachspiels wandern wir durch den dunklen Garten.
Ja, und Peter ist es unverständlich, wie Mutter so langsam gehen kann, weil doch vielleicht wirklich der Weihnachtsbaum im Saal schon brennt und die Geschenke auf ihn warten.
Aber erst kommt noch eine lange Wartezeit in der dunklen Stube, bis endlich, endlich die Tür aufgeht, und der helle Baum selbst den letzten Winkel mit erstrahlen lässt. Wir gehen miteinander bis zur Krippe unterm Baum und knien davor und sind doch wieder wie ganz kleine Kinder, die es nur schön finden, schön und hell und überwältigend.« So schreibt am 25. Dezember 1943 Maria von Wedemeier in einem Brief an ihren Verlobten Dietrich Bonhoeffer. Bilder des Heiligen Abends 1943 in dem ostpreußischen Gutsdorf Pätzig werden lebendig. Dietrich Bonhoeffer sitzt zu diesem Zeitpunkt bereits über ein halbes Jahr in Tegel im Gefängnis. Angeklagt der Wehrkraftzersetzung, später des Hochverrats.
Der Pfarrer der Bekennenden Kirche, Leiter eines Predigerseminars und Widerstandskämpfer, hatte sich aus Glaubensgründen gegen die nationalsozialistischen Herrscher und gegen die kompromissbereiten Landeskirchen gestellt. In einem Thesenpapier hatte er schon Anfang der 30er Jahre geschrieben: »Wer sich von der Bekennenden Kirche trennt, trennt sich vom Heil.«
Bonhoeffer sagt in schwerer Zeit: Lebt als Christen mutig und zuversichtlich! Mischt euch ein. Ergreift das Zepter des Handelns! Ja, in der Konsequenz kann das für ihn bis zum Umsturz führen, zum Attentat auf den Diktator Hitler.
Bonhoeffer wird sein so verstandenes Christsein in der Welt mit dem Leben bezahlen. Am 9. April 1945, wenige Tage vor Kriegsende, wird er hingerichtet. Seine letzten überlieferten Worte lauten: »Das ist das Ende – für mich der Beginn des Lebens.«
Ein Märtyrer des 20. Jahrhunderts. Einer von denen, die ihr Leben gewagt haben, als es von ihnen gefordert war.
Die Erinnerung an die Märtyrer und Glaubenszeugen der Kirche wird wach gehalten im Bibelabschnitt zum heutigen 2. Weihnachtsfeiertag in der Johannesoffenbarung, im siebten Kapitel ab Vers 9 (nach der Übersetzung „Gute Nachricht“):

9 Danach sah ich eine große Menge Menschen, so viele, dass niemand sie zählen konnte. Es waren Menschen aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Sprachen. Sie standen in weißen Kleidern vor dem Thron und dem Lamm und hielten Palmzweige in den Händen.
10 Mit lauter Stimme riefen sie: »Der Sieg gehört unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm!«
11 Alle Engel standen im Kreis um den Thron und um die Ältesten und um die vier mächtigen Gestalten. Sie warfen sich vor dem Thron zu Boden, beteten Gott an
12 und sprachen: »Das ist gewiss: Preis und Herrlichkeit, Weisheit und Dank, Ehre, Macht und Stärke gehören unserem Gott für alle Ewigkeit! Amen.«
13 Einer der Ältesten fragte mich: »Wer sind diese Menschen in weißen Kleidern? Woher kommen sie?«
14 Ich antwortete: »Ich weiß es nicht, Herr. Du weißt es!« Da sagte er zu mir: »Diese Menschen haben die große Verfolgung durchgestanden. Sie haben ihre Kleider gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht.
15 Darum stehen sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel. Er, der auf dem Thron sitzt, wird bei ihnen wohnen.
16 Sie werden keinen Hunger oder Durst mehr haben; weder die Sonne noch irgendeine Glut wird sie versengen.
17 Das Lamm, das in der Mitte des Thrones steht, wird ihr Hirt sein und sie an die Quellen führen, deren Wasser Leben spendet. Und Gott wird alle ihre Tränen abwischen.«

 
 
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