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Predigt 25. Juli 2010
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Epheser 5, 8-14 - Aufwachen, Wachsen und Gehen im Licht von Christus

Pfr. Dr. U. Zimmermann

Liebe Gemeinde,
drei Taufen haben wir eben gefeiert. Und wie geht es weiter? Was bedeutet es, getauft zu sein? Was fange ich damit in meinem Leben an?
Antworten darauf gibt uns ein Bibelabschnitt, den ich nun mit Ihnen betrachten möchte. Er steht im fünften Kapitel des Epheserbriefs ab Vers 8 (nach der Übersetzung „das buch“ von Roland Werner):

Denn früher wart ihr ganz von der Dunkelheit beherrscht, aber jetzt seid ihr durch eure enge Verbindung mit Jesus selbst zum Licht geworden. Führt also euer Leben als Kinder des Lichts! Das Ergebnis, die Frucht, die aus einem Leben im Licht entsteht, ist jede Art von Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit. Dabei wägt ihr ab, was für ihn, den Herrn, gut und akzeptabel ist.
Beteiligt euch also nicht an Taten, die zur Finsternis gehören, und die doch ohne gute, bleibende Frucht sind, sondern deckt sie vielmehr auf! Denn die Dinge, die diese Leute im Verborgenen tun, sind so, dass es eigentlich schon beschämend ist, darüber überhaupt auch nur zu sprechen. Doch das alles wird als das erscheinen, was es wirklich ist, wenn das Licht darauf scheint.
Alles, was sichtbar wird, ist damit dann ja auch selbst ein Teil der Wirklichkeit des Lichts. Deshalb heißt es ja auch in einem Lied:
»Erhebe dich, du, der du schläfst,
und steh auf von den Toten,
und dann wird Christus dich durch und durch erleuchten!«

Herr, segne unser Reden und Hören. Amen.

Aufwachen im Licht von Christus
Liebe Gemeinde,
wir haben eben einen Taufspruch gehört. Nicht die Taufsprüche von den drei Täuflingen vorhin. Ich meine den letzten Satz des Bibelabschnittes, der in der Projektion an der Wand in Anführungszeichen gesetzt ist. Nach allem, was die Forscher und Ausleger zu diesem Text herausgefunden haben, wurde dieser Vers wohl in der ersten Christenheit bei einer Taufe dem Täufling zugesprochen. Damals - wir haben es im Taufseminar besprochen - waren es wohl überwiegend Erwachsene, welche die Botschaft von Christus gehört hatten, zum Glauben an ihn gekommen waren und nun durch die Taufe zu ihm und seiner Gemeinde gehören wollten. Auch damals brachten wohl schon Erwachsene, die sich taufen ließen, ihre Kinder mit zur Taufe. Für einen damaligen Täufling, der seine Taufe bewusst miterlebt hat, war das eine eindrückliche Erfahrung: Sein alter Mensch, der ohne Christus gelebt hatte, war am Kreuz mit Christus gestorben und wurde in der Taufe mit Christus begraben. Durch das Untertauchen im Wasser wurde dieses Begräbnis des alten Menschen spürbar nachvollzogen. Und aus dem Taufwasser tauchte ein neuer Mensch auf, der fortan mit Christus lebt. Die Zeit ohne Christus erschien dem Getauften nun wie finstere Nacht, in der er in einem tiefen Schlaf lag. Und jetzt ist in der Taufe Christus als die Sonne für ihn aufgegangen und hat ihn aufgeweckt. Er durfte aufwachen im Licht von Christus [Beamer] und darf jetzt seinem Tag entgegengehen.
Daran dürfen sich unsere drei Täuflinge ein Leben lang erinnern: Durch die Taufe hat Christus sie in sein Licht gestellt. Christus ist für sie die Sonne, er leuchtet für sie den Weg aus, so dass sie in ihrem Leben den richtigen Weg finden und gehen können. Und das darf jeder von uns, die wir getauft sind, sich heute neu von Christus zusprechen lassen: Du lebst im Licht von Christus! Und das gilt auch dann, wenn dein Christsein im Lauf der Zeit ein wenig eingeschlafen ist. Dann nimm diese Worte heute als Weckruf:
»Erhebe dich, du, der du schläfst, und steh auf von den Toten,
und dann wird Christus dich durch und durch erleuchten!«
Christus kann dein eingeschlafenes Christsein wieder neu beleben und durch sein Licht deinem Glaubensleben neue Energie verleihen. Lass ihn einfach sein Werk an dir tun.
Und das ist beeindruckend, was Jesus Christus an uns tut. Zu Beginn unseres Abschnittes aus dem Epheserbrief wird das so ausgedrückt: „Ihr seid durch eure enge Verbindung mit Jesus selbst zum Licht geworden.“ Das ist eine steile Aussage, die auf das zurückgeht, was Jesus selbst gesagt hat. In der Bergpredigt sagt Jesus zu seinen Jüngern: „Ihr seid das Licht der Welt.“1 Nicht: „Ihr solltet sein“ oder „Ihr könntet sein“, sondern: „Ihr seid.“ Wie soll dieser unscheinbare Haufen von Fischern, Zolleinnehmern und ehemaligen Guerillakämpfern Licht der Welt sein? Und wie sollen wir es sein, wo doch auch bei uns Anspruch und Wirklichkeit oft so weit auseinanderliegen?
Diese Aussage „Ihr seid das Licht der Welt“ ist nicht zu trennen von einem anderen Satz, den Jesus auch gesagt hat: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“2 Jesus hat durch seine Auferstehung das Licht des Lebens in unsere dunkle und vom Tod bestimmte Welt gebracht - vorhin haben wir uns daran erinnert, als wir die Taufkerzen an der Osterkerze entzündet haben. Christen tragen das Licht nicht in sich und sind keine eigene Lichtquelle. Sondern diejenigen, die durch Taufe und Glauben zu Christus gehören, die stellt Christus in sein Licht, damit sie es in die Welt hinein reflektieren können. Auch der Mond hat ja keine eigene Lichtquelle, sondern leuchtet nur, weil er von der Sonne angestrahlt wird. So sind auch die Christen Licht der Welt, indem sie von der Sonne Christus angestrahlt werden und sein Licht in die Welt hinein reflektieren.
Und je nachdem, wie weit Christen sich Christus als der Sonne zuwenden, sind sie für die Welt Vollmond oder Halbmond. Dieses Bild hinkt natürlich insofern ein bisschen, als es beim Mond ein regelmäßiger Monatszyklus ist. Bei Neumond reflektiert er gar nicht das Licht der Sonne, dann nimmt er zu bis zum hell leuchtenden Vollmond, und dann nimmt er wieder ab. Und an diesem regelmäßigen Zyklus kann der Mond von sich aus auch nicht viel ändern. Das ist bei Christen nicht zwangsläufig so. Sie wenden sich zwar nicht unbedingt regelmäßig und zwangsläufig von Christus als der Sonne ab. Aber es gibt schon Phasen in einem Christenleben, wo einem manches den Blick auf Christus verdunkelt - und dann kann ich kaum Licht von ihm empfangen und reflektieren. Aber dann kann ich mich Christus wieder zuwenden und im Gebet zu ihm sagen: „Wecke mich auf und lass das Licht wieder neu für mich leuchten, das du durch die Taufe in mein Leben gebracht hast!“ Und dann geschieht das Zweite:



 
 
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